Ein Stecker ersetzt drei Netzteile: der 65-Watt-Trick für die Laptop-Tasche

UGREEN 65W GaN-Ladegerät im Test: Laptop, Handy und Kopfhörer an einem Würfel — warum Galliumnitrid die Netzteil-Sammlung beendet und wo die Physik Grenzen setzt.

Jonas Becker · 3 Min. Lesezeit

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In jeder Laptop-Tasche wohnt eine kleine Elendszone: das Fach mit den Netzteilen. Der Ziegel fürs Notebook, der Würfel fürs Handy, irgendwo das Kabel für die Kopfhörer — zusammen ein halbes Kilo Plastik, das täglich mitfährt und sich am Flughafen-Sicherheitscheck zu einem Knäuel verschwört.

Die Lösung trägt drei Buchstaben — GaN — und der meistgekaufte Vertreter kommt von UGREEN: 65 Watt, drei Ports, kaum größer als eine Streichholzschachtel. Genug für den Laptop. Und für alles andere gleich mit.

Warum GaN alles verändert hat

Galliumnitrid ist der Halbleiter, der klassisches Silizium in Netzteilen ablöst: Er schaltet schneller, verliert weniger Energie als Wärme — und braucht deshalb drastisch weniger Volumen für dieselbe Leistung. Praktisch heißt das: 65 Watt, die früher einen Handteller-Ziegel füllten, passen heute in einen Würfel von Espressotassen-Format.

65 Watt wiederum ist die magische Zahl, weil sie fast alle USB-C-Laptops abdeckt — MacBook Air, die meisten Business-Notebooks, jedes Tablet sowieso. Dazu zwei weitere Ports: Handy und Kopfhörer laden nebenbei, am selben Stecker, an derselben Steckdose.

Der Praxistest: zwei Wochen, eine Dienstreise

Wir haben zwei Wochen lang alle Original-Netzteile zu Hause gelassen — Büroalltag plus eine Bahn-Dienstreise mit Hotelübernachtung.

UGREEN 65W Ladegerät lädt Laptop und Smartphone gleichzeitig
Ein Stecker, drei Geräte: der 65-Watt-Würfel im Einsatz (Herstellerbild).

Ergebnis: Das Laptop lud exakt so schnell wie am Originalnetzteil, das Handy zog nebenbei seine Schnellladung, und die Tasche wurde um ein spürbares Stück Zivilisation leichter. Der Hotelmoment ist der eigentliche Verkäufer: eine freie Steckdose hinterm Nachttisch — und trotzdem ist morgens alles voll. Der Würfel bleibt dabei nur handwarm; GaN eben.

Wer statt Laptop eher unterwegs Strom braucht, kombiniert ihn mit der INIU-Powerbank — zusammen ist das die komplette Stromversorgung für jede Reise. Und für den Nachttisch zu Hause bleibt das kleine Anker Nano die Ein-Gerät-Antwort.

Der Haken

Physik bleibt Physik: Die 65 Watt sind ein Budget, kein Versprechen pro Port. Hängen zwei oder drei Geräte gleichzeitig dran, teilt der Würfel die Leistung auf — der Laptop bekommt dann etwa 45 Watt und lädt gemütlicher, während Handy und Kopfhörer mitversorgt werden. Im Alltag stört das selten (nachts ist Zeit genug), aber wer unter Volllast arbeitet UND schnellladen will, merkt den Unterschied. Zweite Kleinigkeit: Ein 100-Watt-fähiges USB-C-Kabel gehört dazu — das beiliegende ist gut, ein Ersatz kostet wenig.

Für wen sich der Kauf lohnt

Für jeden mit USB-C-Laptop — vom Studenten bis zur Vielfliegerin. Für den Schreibtisch, an dem Steckdosen chronisch knapp sind. Und als Geschenk für den Menschen, dessen Taschen-Chaos man einmal zu oft gesehen hat.

Häufige Fragen

Reichen 65 Watt für mein Notebook? Für die allermeisten USB-C-Laptops ja — nur große Gaming- und Workstation-Maschinen wollen mehr und laden hier langsamer, laufen aber trotzdem.

Kann ich damit auch iPhone und Android schnellladen? Ja — Power Delivery deckt beide Welten ab, inklusive Schnellladeprofile.

Was passiert, wenn alle drei Ports belegt sind? Der Würfel verteilt die 65 Watt automatisch neu; jedes Gerät lädt weiter, nur eben mit geteiltem Budget.

Technik-Redakteur

Jonas Becker

Testet Powerbanks, Kopfhörer und smarte Gadgets im Alltag statt im Labor. Sein Rucksack ist das härteste Testgerät der Redaktion.

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