soundcore P20i: Was taugen die 20-Euro-Kopfhörer mit 112.000 Bewertungen?

Sie kosten ein Zehntel der AirPods und sind einer der meistverkauften Kopfhörer Europas. Wir haben die soundcore P20i von Anker wochenlang getragen und sagen, wo der Haken ist — und wo keiner.

Jonas Becker · 3 Min. Lesezeit

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Es gibt zwei Arten von Menschen: die, die 200 Euro für Kopfhörer ausgeben — und die, die dreimal im Jahr ein Paar verlieren, in der Waschmaschine schreddern oder am Strand liegen lassen. Für die zweite Gruppe (und ehrlich: für alle als Zweitpaar) gibt es die soundcore P20i von Anker: rund 20 Euro, über 112.000 Bewertungen, seit Monaten in den Amazon-Top-20 der Elektronik.

112.000 Bewertungen sind kein Zufall und kein Bot-Netz — das ist Masse, die man erklären muss. Wir haben drei Wochen lang Podcasts, Playlists und Telefonate durch die P20i gejagt.

Warum ausgerechnet diese?

Anker ist seit Jahren die Marke, die im Zubehör-Regal den Großen die Preise verdirbt — Powerbanks, Ladegeräte, und mit soundcore eben Audio. Die P20i sind das Einstiegsmodell: Bluetooth 5.3, 10-Millimeter-Treiber, App mit Equalizer, bis zu 10 Stunden pro Ladung und rund 30 Stunden mit dem Case.

Auf dem Papier ist das die Ausstattung, die vor fünf Jahren noch 80 Euro gekostet hätte. Die Frage ist, wie viel davon in der Praxis ankommt.

So klingen sie wirklich

Ab Werk sind die P20i klar auf Bass abgestimmt — die typische Signatur für diese Preisklasse, weil sie im Bus und im Gym schlicht Spaß macht. Wer es neutraler mag, zieht in der soundcore-App in zwei Minuten einen der 22 EQ-Presets rüber; „Podcast” macht Stimmen angenehm präsent.

Soundcore P20i Treiber im Querschnitt
10-mm-Treiber mit BassUp: daher kommt der Wumms (Herstellerbild).

Das Entscheidende: Es gibt keinen Totalausfall. Keine blecherne Höhen-Katastrophe, kein Grundrauschen, keine Aussetzer beim Handy in der Gesäßtasche. Genau daran scheitern die meisten 15-Euro-Noname-Buds von der ersten Amazon-Seite.

Bei Telefonaten sind die Mikrofone okay, nicht mehr: In der ruhigen Wohnung klingst du sauber, an der Hauptstraße dünner. Für gelegentliche Anrufe reicht es, Vieltelefonierer zahlen besser mehr.

Was fehlt — und ob es dich stört

Die Abstriche gegenüber teureren Modellen sind klar benannt:

  • Kein Noise Cancelling. Die Silikonaufsätze dämpfen passiv ganz ordentlich, aber Flugzeugdröhnen bleibt hörbar.
  • Kein Multipoint — sie verbinden sich mit einem Gerät gleichzeitig, der Wechsel dauert ein paar Sekunden.
  • Kein kabelloses Laden des Cases; geladen wird per USB-C.

Ob dich das stört, hängt vom Einsatz ab. Fürs Homeoffice-Headset plus Pendeln plus Sport: nein. Für 14-Stunden-Flüge: ja — dann bist du aber auch in einer anderen Preisklasse unterwegs.

Für wen sie gedacht sind

Die P20i sind die richtige Wahl für Sport und Regenwetter (IPX5-Spritzwasserschutz), als Erstes-Paar für Kinder und Teenager, als Backup in der Jackentasche — und für alle, die einfach keine Lust haben, für Musik im Supermarkt einen dreistelligen Betrag durch die Gegend zu tragen.

Fazit: Die vernünftigste Art, 20 Euro auszugeben

Die P20i gewinnen keinen Audiophilen-Preis. Sie gewinnen etwas Besseres: Sie machen 95 % dessen, was die meisten Menschen von Kopfhörern brauchen, für 10 % des Flagship-Preises. Die 112.000 Bewertungen sind am Ende genau das — hunderttausend Leute, die gemerkt haben, dass „gut genug” hier wirklich gut genug ist.

Technik-Redakteur

Jonas Becker

Testet Powerbanks, Kopfhörer und smarte Gadgets im Alltag statt im Labor. Sein Rucksack ist das härteste Testgerät der Redaktion.

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