Faustgroß im Koffer, 20 Liter am Strand: der Zweitrucksack für 15 Euro
Faltbarer Rucksack im Reisetest: Warum das 200-Gramm-Päckchen in jeden Koffer gehört, was es trägt — und wo ultraleicht seine ehrliche Grenze hat.
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Jede Reise kennt diesen zweiten Tag: Der Koffer steht im Hotel, und plötzlich braucht man etwas für die Stadt — Wasserflasche, Sonnencreme, Jacke, die Einkäufe vom Markt. Die Handtasche ist zu klein, der Kabinentrolley zu absurd, und so trägt man Tüten.
Genau für diese Lücke wurde eine der unspektakulärsten Erfindungen des Reisegepäcks gebaut: der faltbare Rucksack. Zusammengelegt eine Faust, entfaltet ein vollwertiger 20-Liter-Tagesrucksack — und der Bestseller kostet keine 20 Euro.
Was der Falt-Trick wirklich bringt
Das Prinzip: hauchdünnes, reißfestes Nylon, minimalistische Träger, und der Rucksack faltet sich in seine eigene Innentasche — heraus kommt ein Päckchen von der Größe einer Grapefruit bei rund 200 Gramm. Im Koffer nimmt er den Platz eines T-Shirts ein; man vergisst ihn, bis man ihn braucht.
Entfaltet schluckt er erstaunlich viel: Jacke, Wasserflasche, Kamera, Handtuch, dazu die Souvenirs vom Rückweg. Reißverschluss-Außentaschen und Flaschenhalter machen ihn zum vollwertigen Tagesbegleiter.
Der Praxistest: Städtetrip und Bergsee
Wir haben den Falt-Rucksack auf zwei Reisen mitgenommen: drei Tage Lissabon und einen Wochenendtrip mit Wanderung zum Bergsee.
In Lissabon war er vom zweiten Tag an im Dauereinsatz: morgens leer auf den Rücken, abends voll mit Markt-Einkäufen zurück. Am Bergsee trug er Handtücher, Proviant und die Jacken — bei fünf Kilo Ladung sitzt er ordentlich, die Träger schneiden nicht. Nach zwei Reisen inklusive achtlosem Stopfen: keine gerissene Naht, der Reißverschluss läuft.
Der unerwartete Bonus: Auf dem Rückflug wurde er zur zweiten Handgepäck-Tasche fürs Duty-free — zusammen mit dem 40×20×25-Rucksack deckt er jede Gepäck-Konstellation ab, die Billigflieger erlauben.
Der Haken
Physik gibt es nicht geschenkt: 200 Gramm Rucksack tragen keine 10 Kilo bequem. Die dünnen Träger sind für Tageslasten gedacht — Wasserflasche, Jacke, Kleinkram. Wer Laptop plus Kamera plus Einkäufe für die Woche schleppen will, spürt jeden Gurt; dafür gibt es gepolsterte Alltagsrucksäcke. Und das dünne Nylon ist wasserabweisend, nicht wasserdicht: Beim Wolkenbruch hilft nur die Regenjacke darüber.
Für wen sich der Kauf lohnt
Für jeden Koffer, jede Reisetasche und jedes Handschuhfach — als Immer-dabei-Reserve ist er konkurrenzlos. Bei unter 20 Euro ist die ehrliche Frage nicht ob, sondern warum er noch nicht drinliegt.
Häufige Fragen
Wie klein ist er wirklich gefaltet? Etwa faustgroß — vergleichbar mit einer zusammengerollten Zeitschrift, rund 200 Gramm leicht.
Hält das dünne Material Alltagseinsatz aus? Das Ripstop-Nylon steckt normalen Gebrauch weg; scharfe Kanten und Überladung sind die einzigen echten Feinde.
Taugt er als einziger Rucksack für den Urlaub? Als Tagesrucksack ja, als Hauptgepäck nein — dafür fehlen Polster und Struktur. Seine Rolle ist der Zweitrucksack, und die spielt er perfekt.