Faustgroß im Koffer, 20 Liter am Strand: der Zweitrucksack für 15 Euro

Faltbarer Rucksack im Reisetest: Warum das 200-Gramm-Päckchen in jeden Koffer gehört, was es trägt — und wo ultraleicht seine ehrliche Grenze hat.

Jonas Becker · 2 Min. Lesezeit

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Jede Reise kennt diesen zweiten Tag: Der Koffer steht im Hotel, und plötzlich braucht man etwas für die Stadt — Wasserflasche, Sonnencreme, Jacke, die Einkäufe vom Markt. Die Handtasche ist zu klein, der Kabinentrolley zu absurd, und so trägt man Tüten.

Genau für diese Lücke wurde eine der unspektakulärsten Erfindungen des Reisegepäcks gebaut: der faltbare Rucksack. Zusammengelegt eine Faust, entfaltet ein vollwertiger 20-Liter-Tagesrucksack — und der Bestseller kostet keine 20 Euro.

Was der Falt-Trick wirklich bringt

Das Prinzip: hauchdünnes, reißfestes Nylon, minimalistische Träger, und der Rucksack faltet sich in seine eigene Innentasche — heraus kommt ein Päckchen von der Größe einer Grapefruit bei rund 200 Gramm. Im Koffer nimmt er den Platz eines T-Shirts ein; man vergisst ihn, bis man ihn braucht.

Entfaltet schluckt er erstaunlich viel: Jacke, Wasserflasche, Kamera, Handtuch, dazu die Souvenirs vom Rückweg. Reißverschluss-Außentaschen und Flaschenhalter machen ihn zum vollwertigen Tagesbegleiter.

Der Praxistest: Städtetrip und Bergsee

Wir haben den Falt-Rucksack auf zwei Reisen mitgenommen: drei Tage Lissabon und einen Wochenendtrip mit Wanderung zum Bergsee.

Faltbarer Rucksack entfaltet und als kleines Päckchen gefaltet
Vom Päckchen zum Tagesrucksack in zehn Sekunden (Herstellerbild).

In Lissabon war er vom zweiten Tag an im Dauereinsatz: morgens leer auf den Rücken, abends voll mit Markt-Einkäufen zurück. Am Bergsee trug er Handtücher, Proviant und die Jacken — bei fünf Kilo Ladung sitzt er ordentlich, die Träger schneiden nicht. Nach zwei Reisen inklusive achtlosem Stopfen: keine gerissene Naht, der Reißverschluss läuft.

Der unerwartete Bonus: Auf dem Rückflug wurde er zur zweiten Handgepäck-Tasche fürs Duty-free — zusammen mit dem 40×20×25-Rucksack deckt er jede Gepäck-Konstellation ab, die Billigflieger erlauben.

Der Haken

Physik gibt es nicht geschenkt: 200 Gramm Rucksack tragen keine 10 Kilo bequem. Die dünnen Träger sind für Tageslasten gedacht — Wasserflasche, Jacke, Kleinkram. Wer Laptop plus Kamera plus Einkäufe für die Woche schleppen will, spürt jeden Gurt; dafür gibt es gepolsterte Alltagsrucksäcke. Und das dünne Nylon ist wasserabweisend, nicht wasserdicht: Beim Wolkenbruch hilft nur die Regenjacke darüber.

Für wen sich der Kauf lohnt

Für jeden Koffer, jede Reisetasche und jedes Handschuhfach — als Immer-dabei-Reserve ist er konkurrenzlos. Bei unter 20 Euro ist die ehrliche Frage nicht ob, sondern warum er noch nicht drinliegt.

Häufige Fragen

Wie klein ist er wirklich gefaltet? Etwa faustgroß — vergleichbar mit einer zusammengerollten Zeitschrift, rund 200 Gramm leicht.

Hält das dünne Material Alltagseinsatz aus? Das Ripstop-Nylon steckt normalen Gebrauch weg; scharfe Kanten und Überladung sind die einzigen echten Feinde.

Taugt er als einziger Rucksack für den Urlaub? Als Tagesrucksack ja, als Hauptgepäck nein — dafür fehlen Polster und Struktur. Seine Rolle ist der Zweitrucksack, und die spielt er perfekt.

Technik-Redakteur

Jonas Becker

Testet Powerbanks, Kopfhörer und smarte Gadgets im Alltag statt im Labor. Sein Rucksack ist das härteste Testgerät der Redaktion.

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